Notfallübungen
Ein Notfallplan, der nie erprobt wurde, ist eine Vermutung. Notfallübungen verwandeln ihn in eine belastbare Aussage – und decken dabei regelmäßig auf, was im Papier plausibel klang und in der Wirklichkeit nicht funktioniert.
Warum geübt werden muss
Damit Notfallpläne und vorbeugende Maßnahmen im Ernstfall funktionieren, müssen sie regelmäßig Tests unterzogen werden. Das ist keine formale Anforderung der Standards, sondern eine Erfahrung: Die Lücken, die eine Übung sichtbar macht, hätte niemand am Schreibtisch gefunden.
Typische Funde sind unspektakulär und wirksam zugleich. Die Telefonliste ist zwei Jahre alt. Der Ausweichzugang funktioniert, aber niemand hat die Schlüssel. Der Wiederanlauf setzt eine Datei voraus, die auf dem ausgefallenen System liegt. Die zuständige Person ist im Urlaub, und die Vertretung kennt den Plan nicht.
Welche Formen es gibt
Übungen unterscheiden sich in Aufwand und Aussagekraft. Sinnvoll ist ein Aufbau in Stufen.
Planbesprechung. Die Beteiligten gehen den Plan gemeinsam durch. Geringer Aufwand, findet Widersprüche und Lücken in der Logik.
Szenarioübung am Tisch. Ein Ereignis wird vorgegeben, die Beteiligten entscheiden, was sie täten. Zeigt, ob Zuständigkeiten und Entscheidungswege klar sind.
Funktionstest. Eine einzelne Maßnahme wird tatsächlich durchgeführt – die Rücksicherung eines Datenbestands etwa oder die Alarmierung über die hinterlegten Wege.
Ernstfall- oder Vollübung. Der Notbetrieb wird für einen begrenzten Zeitraum wirklich hergestellt. Höchster Aufwand, höchste Aussagekraft.
Womit begonnen wird, hängt vom Reifegrad ab. Wer mit einer Vollübung startet, bevor die Pläne konsistent sind, erzeugt vor allem Frust.
Auswertung ist der eigentliche Ertrag
Eine Übung ohne Auswertung ist ein verlorener Tag. Festgehalten wird, was funktioniert hat, was nicht, und woran es lag.
Aus den Befunden entstehen konkrete Änderungen an den Notfallkonzepten und am Notfallhandbuch. Damit schließt sich der Kreislauf des Managementsystems: Übungsergebnisse sind neben Kennzahlen und Audits die wichtigste Rückmeldung darüber, ob Ihr BCMS trägt.
Ein zweiter Ertrag wird oft übersehen: Übungen sind zugleich Schulung. Wer einen Ablauf einmal durchgespielt hat, erinnert sich im Ernstfall daran – anders als an ein gelesenes Dokument.
Was wir übernehmen
Wir erstellen mit Ihnen das Übungskonzept: welche Formen in welchem Turnus, mit welchen Szenarien und welchen Beteiligten. Die Durchführung begleiten wir als Beobachter oder als Übungsleitung, und die Auswertung dokumentieren wir so, dass sie im Audit vorgelegt werden kann.
Für die Dokumentation nutzen wir die Vorlagensystematik des BSI-Standards 200-4.
Kontakt
Sie haben Notfallpläne, aber noch nie geübt? Eine Planbesprechung ist der Einstieg mit dem besten Verhältnis von Aufwand und Erkenntnis.
- Telefon: +49 6188 99 04 36
- E-Mail: office@dsb-datenschutz.de
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