Website-Analyse
Die entscheidende Frage zur eigenen Website lautet nicht, ob sie heute in Ordnung ist, sondern ob man es merkt, wenn sie es nicht mehr ist. Eine Website-Analyse als wiederkehrende Messung beantwortet genau diese Frage – und ist damit etwas anderes als eine einmalige Prüfung.
Was gemessen wird
Der Aufruf einer Seite unter realistischen Bedingungen, mit Protokoll dessen, was dabei geschieht: gesetzte Cookies mit Name, Anbieter und Laufzeit; kontaktierte Fremdserver; nachgeladene Skripte, Schriften und Einbettungen; Speicherzugriffe im Browser.
Gemessen wird in drei Zuständen – vor der Entscheidung, nach Ablehnung und nach Zustimmung. Der erste ist der wichtigste: Was vor der Einwilligung lädt, ist der häufigste und am leichtesten feststellbare Verstoß gegen § 25 TDDDG. Siehe TDDDG-Compliance.
Wichtig ist außerdem die Reichweite. Eine Messung nur der Startseite übersieht das Meiste: Einbettungen stecken in Kontaktformularen, in älteren Beiträgen und in Seiten, die ein anderes Plugin erzeugt.
Der Abgleich ist der eigentliche Nutzen
Eine Liste gefundener Dienste ist ein Anfang. Interessant wird sie im Vergleich mit dem, was dokumentiert ist:
Gefunden, aber nicht im Verzeichnis – eine Verarbeitung ohne Eintrag. Das ist die Lücke, die bei einer Prüfung als Erstes auffällt, weil sie sich in Sekunden feststellen lässt.
Gefunden, aber nicht in der Datenschutzerklärung – falsche Information der Besucher.
Gefunden, aber ohne Vertrag beim Dienstleister.
In der Erklärung genannt, aber nicht mehr vorhanden – der umgekehrte Fall, der ebenfalls falsch informiert.
Aus jeder Abweichung entsteht eine Aufgabe über das Aufgabensystem. Damit ist der Kreis geschlossen: gemessen, verglichen, zugewiesen, erledigt, belegt.
Warum die Wiederholung zählt
Websites ändern sich, ohne dass jemand Bescheid sagt. Ein Plugin-Update bindet einen neuen Dienst ein, das Marketing ergänzt ein Werkzeug, eine Agentur baut eine Landingpage mit eigenem Tracking. Keine dieser Änderungen erreicht die Dokumentation.
Eine wiederkehrende Messung mit Benachrichtigung bei Abweichungen macht daraus einen Vorgang statt einer Entdeckung. Für mehrere Auftritte gilt dasselbe in mehrfacher Ausführung – der Aufwand steigt dabei kaum, weil die Auswertung dieselbe bleibt.
Grenzen
Eine Messung bewertet nicht. Sie zeigt, was geladen wird. Ob ein Dienst unbedingt erforderlich im Sinne des § 25 TDDDG ist, ist eine rechtliche Frage – siehe CMP Consulting.
Sie ersetzt keine Sicherheitsprüfung. Wer wissen will, ob seine Website angreifbar ist, braucht etwas anderes: Website-Sicherheit prüfen.
Sie findet nur, was beim Aufruf lädt. Serverseitige Verarbeitungen und Weitergaben aus dem Backend sind für eine Messung von außen unsichtbar – siehe Server-Side Tagging.
Als Einstieg ohne Vertrag gibt es den kostenlosen Website-Check; das Modul im Zusammenhang steht unter Web-Compliance-Software.
Kontakt
- Telefon: +49 6188 99 04 36
- E-Mail: office@dsb-datenschutz.de
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